Führerscheinreform 2026 Motorrad Auto Wird der Führerschein jetzt günstiger?

Führerscheinreform 2026: Was ändert sich und was bedeutet das für den Motorradführerschein?

Am 11. Februar 2026 stellte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Pläne zur Führerscheinreform 2026 vor. Ziel ist es, die Kosten für den Führerschein zu senken. Die Eckpunkte wurden gemeinsam mit den Bundesländern konkretisiert und sollen im März 2026 in der Verkehrsministerkonferenz beraten werden.

Entscheidend ist der Zeitrahmen: Selbst bei einer Einigung wird eine Änderung der Fahrerlaubnisverordnung noch im Jahr 2026 nicht erwartet. Eine Umsetzung der Führerscheinreform 2026 gilt frühestens ab 2027 als realistisch.

Wer also 2026 den Motorradführerschein machen möchte und noch diesen Sommer fahren will, sollte nicht auf eine Reform warten.

Welche Führerscheinklassen gibt es? Überblick Motorrad-Führerscheinklassen AM bis A Führerschein mit und ohne Prüfung. A1 | A2 | B196
Führerscheinrefprm 2026: Wird der Motorradführerschein jetzt günstiger?

Wie viel günstiger wird der Führerschein wirklich?

Im Fokus der öffentlichen Diskussion stehen vor allem mögliche Einsparungen beim Pkw-Führerschein. Rechenbeispiele zeigen deutliches Potenzial – zumindest auf dem Papier.

„In Reform-Variante A würden die Gesamtkosten rechnerisch um rund 1.335 Euro sinken – fast 36 Prozent weniger. In Variante B läge die Ersparnis noch bei rund 1.110 Euro oder fast 30 Prozent niedriger.“ – Quelle: Auto Motor und Sport, Kann man wirklich mehr als 1.000 Euro sparen?, 16.02.2026

Diese Berechnungen basieren vor allem auf der geplanten Reduzierung verpflichtender Sonderfahrten.

Doch lassen sich solche Einsparungen auf den Motorradführerschein übertragen?

Motorrad: andere Ausgangslage als beim Pkw

Der Industrie-Verband Motorrad (IVM) begrüßt die Reform grundsätzlich, weist aber darauf hin, dass die Situation im Zweiradbereich anders aussieht.

„Im Pkw-Bereich sind die sehr hohen Durchfallquoten ein echter Preistreiber. Bei den Zweiradklassen sehen wir viel geringere Quoten. So haben beispielsweise im Jahr 2023 nur 7% beim großen Motorradführerschein die praktische Prüfung nicht bestanden!“
– Uwe Seitz, Hauptgeschäftsführer IVM, Quelle: IVM-Mitteilung zur Führerscheinreform, 11.02.2026

Während beim Pkw Wiederholungsprüfungen ein erheblicher Kostenfaktor sind, fallen diese beim Motorrad deutlich seltener an. Das begrenzt das Einsparpotenzial.

Eine Reduzierung der Pflichtfahrten kann auch hier Entlastung bringen. Eine Kostenrevolution wie in manchen Pkw-Szenarien erscheint jedoch derzeit wenig wahrscheinlich.

Führerscheinreform 2026: Mehr Prüfer, kürzere Wartezeiten?

Ein weiterer Reformpunkt betrifft die Zugangsvoraussetzungen für Fahrerlaubnisprüfer. Künftig soll kein Ingenieurstudium mehr zwingend erforderlich sein. Ziel ist es, Terminengpässe zu reduzieren.

Gerade im Motorradbereich können lange Wartezeiten zusätzliche Fahrstunden verursachen – sei es zur Überbrückung oder weil Routine verloren geht. Mehr Prüfer könnten hier indirekt Kosten stabilisieren.

B196 Führerschein-Erweiterung - Einstieg in die Welt des Motorradfahrens

EU-Richtlinie: Das ändert sich zusätzlich

Parallel zur nationalen Reform gilt die vierte EU-Führerscheinrichtlinie, die Ende 2025 in Kraft getreten ist. Sie bringt mehrere Neuerungen, die auch Motorradfahrer betreffen:

– Einführung eines digitalen Führerscheins
– 15 Jahre Gültigkeit für Pkw- und Motorradführerscheine
– EU-weite Mindest-Probezeit von zwei Jahren
– Perspektivisch gegenseitige Anerkennung der A1-Erweiterung bei Pkw-Führerschein

Zur Einordnung des Zeitrahmens heißt es beim ADAC:

„Die neuen EU-Vorgaben müssen erst noch in nationales Recht überführt werden, damit sie auch hierzulande verbindlich gelten. Dafür haben die Mitgliedstaaten drei Jahre Zeit – plus ein weiteres Jahr, um sich auf die praktische Umsetzung vorzubereiten.“
Quelle: ADAC, „Führerschein 2026: Um diese Änderungen geht es“

Das bedeutet: Auch auf europäischer Ebene werden Änderungen schrittweise kommen – nicht über Nacht.

Fazit: Reform ja – Revolution nein

Die Reform ist politisch gewollt und in Bewegung. Für 2026 bringt sie jedoch keine unmittelbare Entlastung. Eine Umsetzung wird frühestens 2027 erwartet.

Für den Motorradführerschein sind moderate Einsparungen möglich, insbesondere bei Pflichtfahrten und durch eine bessere Terminverfügbarkeit. Eine drastische Kostensenkung wie in einigen Pkw-Szenarien erscheint derzeit jedoch wenig realistisch.

Die Richtung stimmt. Wie stark die tatsächliche Entlastung ausfällt, entscheidet sich in der konkreten gesetzlichen Ausgestaltung – und in der Umsetzung durch Länder, Prüforganisationen und Fahrschulen.

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